Wettbewerb ältester Heizkessel Wahlstedts

Illustration von Tim-Niclas Kahl zum Thema - vielen Dank für das Bild!
die glückliche Gewinnerin
das Haus, als es noch jung war
und die Heizung zum Zeitpunkt des Wettbewerbs

Wettbewerb ältester Heizkessel Wahlstedts (Spetember 2020)

Nach spärlicher Teilnahme steht die Gewinnerin fest!

Frau „Winner“ (Name geändert) lebt seit 1978 in einem Haus, das 1938 von Hein Jürgens gebaut wurde.

Anfangs lebten vier Personen als typische Familie in dem Backsteinbau. Geheizt wurde schon mit Öl: in der Wohnküche stand eine Heizung, die mit Gebläselüfter ein Warmluftkanalsystem versorgte. Dieses verlief – quasi als Wandsockelleiste – am Fußboden durch das Haus. Aus vom Gebläsedruck geöffneten kleinen Klappen strömte dann Warmluft in die Räume.

Im Oktober 1986 wurde für 14.000,- DM der aktuell noch genutzte Öltheizkessel mit 21 kW Nennwärmeleistung eingebaut. Dieser steht in der ehemaligen Räucherkammer etwas beengt und sorgt für Raumwärme und Warmwasser. Als Brennstofflager wird immer noch der gute alte Tank von 1973 verwendet. Verbrennungsluft wird durch ein Lüftungsgitter in der Tür zur „Räucherkammer“ aus dem Wohnbereich gezogen, der somit gleichsam etwas entlüftet wird

1986 wurden am Haus einige weitere Sanierungs-arbeiten durchgeführt: das Dach erhielt eine Dämmung, Fenster wurden getauscht und das Obergeschoss ausgebaut.

Bis 1996 wurde ein Ölbrenner Fabrikat Scheer, Baujahr 1979, mit recht großer, überdimensionierter Feuerungsleistung (Heizölverbrauch 1,5 bis 10 kg/h – entsprechend ca. 1,9 bis knapp 13 Liter Öl pro Stunde – entsprechend ca. 15 bis 100 kW Feuerungsleistung) verwendet. Dieser wurde dann durch einen kleineren Brenner Marke Giersch mit einem Ölverbrauch von 1 bis 4,5 kg/h (ca. 1,3 – 5,8 l/h bzw. 13 – 45 kW) ersetzt. Später wurde noch die Heizungspumpe gewechselt.

Die aktuelle Gesetzeslage (Energieeinsparverordnung EnEV bzw. seit 1.11.2020 Gebäudeenergiegesetz GEG) erfordert den Austausch von Gas- und Öl-Heizungsanlagen im Wohnbereich, wenn diese 30 Jahre oder älter sind. Ausnahmen gelten für selbstgenutztes Wohneigentum, in das man vor 1.2.2002 eingezogen ist. Noch gibt es zahlreiche Förderungen zur energetischen Sanierung – sobald Maßnahmen jedoch gesetzliche Pflicht werden (bzw. Ausnahmen entfallen) oder die Fördertöpfe leer sind, entfällt die Förderung – den Letzten beißen die Hunde!

Frau „Winner“ freut sich riesig über das Preisgeld und hat davon schon zwei Paar Schuhe, ein paar Weihnachtsgeschenke und Produkte des täglichen Bedarfs in verschiedenen Geschäften Wahlstedt gekauft.

30,- €uro wird sie allerdings in naher Zukunft für eine Vor-Ort-Beratung der Verbraucherzentrale investieren. Dadurch erfährt sie, welche weitere klimafreundliche Maßnahmen am Haus am sinnvollsten sind. So steht ohnehin der Heizungstausch an. Es sind jedoch grundsätzlich auch weitere Umbauten geplant, damit der erwachsene Nachwuchs wieder im Haus einzieht und das für die allein lebende Gewinnerin zu große Haus mit belebt. Eine äußerst sinnhafte Maßnahme, um die Flächennutzung pro Kopf zu reduzieren und gemeinsam zu überlegen, wie das Haus „zukunftsfähiger“ gemacht werden kann!

Die Verbraucherzentrale (https://www.durchblick-energiewende.de/wissen/energie/heizcheck-der-vzsh-hilft-sparmoeglichkeiten-zu-entdecken bzw. Tel. 0431 - 59099-40) berät Produkt- und Hersteller-neutral mit Erfahrung kompetent im Sinne des Verbrauchers. Es werden verschiedene Telefon- und Vor-Ort-Beratungen angeboten, die öffentlich gefördert werden und nur eine kleine Selbstbeteiligung von 30,- € verlangen. Es lohnt sich, professionelle Einschätzung zum energetischen Zustand und Vorschläge für wirtschaftlich tragfähige Verbesserungsmaßnahmen einzuholen!

Für die Expertise und die Umsetzung der Änderungen wünschen wir Frau „Winner“ viel Glück und Erfolg!