Geschichte

Der Name Wahlstedt deutet auf die Gründung des Dorfes bereits im fünften bis siebten Jahrhundert hin. Urkundlich wird Wahlstedt zum ersten Male im Jahre 1150 erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten nimmt Wahlstedts Entwicklung einen dörflichen Verlauf. 

Seit 1444 sind die Familien zu benennen, die die 12 Hufe Wahlstedt bewirtschafteten. Das Dorf war betroffen von den Wirren und Ereignissen des 30-jährigen Krieges, wurde zerstört und wieder aufgebaut, leidete an der Wende des 18. und 19. Jahrhunderts aufgrund der Kriege Napoleons und der Einquartierung und Besatzungskosten dänischer, deutscher, schwedischer und russischer Truppen. Die in Wahlstedt durchgeführte Umwandlung der Allmendewirtschaft zur Privatwirtschaft wurde 1842/43 mit der Neueinteilung, der sogenannten „Verkoppelung”, der Flur eingeleitet. Zahlreiche Knicklandschaften im heutigen Stadtbild zeugen von diesem Prozess.

1936/37 wurde in Wahlstedt das auf die Munitionsherstellung ausgerichtete „Marineartilleriearsenal” aufgebaut. Der riesige, rund 568 Hektar umfassende Industriekomplex mit Gleisanschluss beendete abrupt den dörflichen Charakter Wahlstedts und veränderte auf drastische Weise das Ortsbild.
Das Arsenal beschäftigte Ende des Krieges rund 1.700 Menschen, darunter viele Kriegsgefangene und Deportierte, vornehmlich aus Polen, den baltischen Staaten und Russland.
Das gleiche Gelände bildete nach dem Krieg die Grundlage für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben und die damit verbundene positive wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Die arbeitslosen Menschen des Arsenals und die zahlreichen Flüchtlinge fanden hier einen Arbeitsplatz und in den Nachbarbereichen ihre Wohnung und auch eine neue Heimat.
Das Wahlstedter Industriegebiet umfasst heute 76 Hektar.

Am 13. Dezember 1966 verlieh die Schleswig-Holsteinische Landesregierung der Gemeinde Wahlstedt mit Wirkung vom 1. Januar 1967 das Stadtrecht.
Diese rasante Entwicklung brachte der Stadt natürlich erhebliche infrastrukturelle Probleme, da Wahlstedt zu diesem Zeitpunkt eine unfertige Stadt war. Mit der bis 1983 durchgeführten Stadtkernsanierung wurde ein Stadtmittelpunkt geschaffen. Damit entwickelte sich Wahlstedt zu einer echten Kleinstadt mit guten Einkaufs-, Wohn und Arbeitsmöglichkeiten.
Mit dem Vereinigungsprozess und der Übersiedlung von deutschstämmigen Menschen, insbesondere aus Kasachstan, erreichte Wahlstedt Mitte der 90er-Jahre mit 10.200 Einwohnern den höchsten Bevölkerungsstand.